Das Künstliche, die Kunstform und die Form der Kunst

oder: “Sollte man wirklich jedem Trend folgen?”

Ein immer wiederkehrendes Thema, dass mich mal mehr, mal weniger zum schmunzeln anregt, nicht nur in der Fotografie, auch in anderen diversen sozialen Diensten die ich so besuche, sind die umgesetzten *Trends*, die für mich irgendwie nicht wirklich Sinn ergeben.

Klar, ich muss, und vor allem, ich will auch nicht alles verstehen. Aber es gibt in diesem speziellen Fall fotografische, optische, aber auch physikalische Regeln, die normalerweise nicht einfach so ausser Kraft zu setzen sind. Natürlich ist es aus der Sicht einer Person mit dem Hintergrund der Fotografie immer noch mal etwas anderes, da man weiß, was vom Licht her und deren Lichtverläufen geht und was eben nicht geht.

“Hääää, was willst du?” denkt sich sicher schon der Ein oder Andere.

erstaunen

In diesem speziellen Fall ärgere bzw. wundere ich mich immer und immer wieder über (scheinbar) ungewollt auftretende Lens Flares und Unschärfen bzw. Schärfeverläufe, die jeglicher optischer Gesetzmäßigkeit widersprechen. (Tilt/Shift ausser Acht gelassen, aber diese Art von Schärfeverlauf erkennt man sehr gut, weil es optisch immer noch korrekt ist)

#LensFlare: Wenn man an allen Schatten im Bild sieht, dass die größte und damit auch die führende Lichtquelle im Bild, direkt hinter dem Fotografen ist (wahrscheinlich die Sonne) und diese dadurch knallharte Schatten in Blickrichtung voraus wirft, dann ist es nahezu unmöglich (ohne extra Lichtquelle in entgegengesetzte Richtung) massive Lensflares zu erhalten.
Versteht das bitte nicht falsch: Es spricht absolut nichts dagegen, Lensflares mit Licht bewusst in das gewünschte Bildmotiv zu bringen. Sei es, um eben nur den Effekt des Flares zu haben oder aber um etwas von hinten mittels Rimlight zu beleuchten und das vorbeistrahlende Licht als zusätzliches Stilmittel zu nutzen. Aber eine Photoshopvorlage, nahezu unbearbeitet in das Bild zu setzen und diese dann auch abseits jeglicher Regel, dann ist das einfach nur traurig. Oder sollte ich Schade sagen? Wie sich Licht verhält, sollte einem bei solch einem Einsatz von Photoshop schon geläufig sein, um den künstlichen Eindruck nicht unnötig hervorzuheben.

#Unschärfe: Das Thema: “Optische Achse” sollte man sich dann doch etwas zu Gemüte führen wenn man fotografiert, auch wenn es viel und anfangs unübersichtlich erscheint. Ganz kurz angerissen: Die optische Achse ist die Achse, die in Kugelform um den Aufnahmemittelpunkt alles im gleichem Maße darstellt. Das heißt, wenn etwas in einer bestimmten Entfernung zu dir bzw. zu deinem Sensor / Film als scharf dargestellt wird, dann ist diese Schärfe auch bei den umliegenden  Dingen und Körperteilen auf der gleichen kreisförmigen Achse im Raum gegeben. Wenn das Auge des abgebildeten Models also scharf abgebildet wird, dann ist es leider auch der Finger, der zwar nicht Bildrelevant als scharf darzustellen wichtig wäre, aber er ist es nun mal. Auch wenn er ausserhalb deines peripheren Sichtfelds liegt, er ist da, er ist auf der gleichen optischen Achse und unterliegt dementsprechend auch den gleichen Gesetzen. Dies betrifft auch das Ohr, den Ast, den Rahmen der Tür oder was auch immer auf der gleichen Achse sich alles so ins Bild geschlichen hat. Wenn du dann nur den Kopf des Models ausmarkierst und über den kompletten Rest einen Unschärfefilter legst, ist es zwar unscharf, aber alles andere als schön oder gar logisch.

Ich will hier in aller Deutlichkeit sagen, dass auch ich mit Sicherheit fotografische Fehler und Fehltritte abliefere und abgeliefert habe und das ich mich auch keinesfalls von Mängeln oder Stilbrüchen frei sprechen werde. Aber wenn sich jemand für seine “Leistungen” entlohnen lässt und das nicht zu knapp, dann sollte die abgelieferte  “Leistung” auch *einigermaßen* stimmig sein.

Ich wundere mich immer wieder über Aussagen zu Bildern, die jeglicher Natürlichkeit und Echtheit abhanden gekommen sind und dennoch als Meisterwerk gefeiert werden. Warum?

Ja ja, künstlerische Freiheit und so. Ich weiß. Gesagt haben wollte ich es trotzdem mal.

Der (hoffentlich) aufkeimenden Diskussion stelle ich mich gerne und auch ganz bewusst!

 

#gerngeschehen


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